Was ist ein Tech Pack? Inhalte und wie Sie eines erstellen
5. Oktober 2026

Wenn Sie schon einmal einen Bekleidungshersteller kontaktiert haben, kennen Sie die Frage wahrscheinlich: „Haben Sie ein Tech Pack?“ Für viele neue Marken geraten die Dinge genau an dieser Stelle ins Stocken. Sie haben eine klare Vorstellung von Ihrem Produkt, aber der Hersteller braucht sie auf Papier.
In diesem Leitfaden erklären wir, was ein Tech Pack ist, was es enthalten sollte, welche Fehler am häufigsten vorkommen und wie Sie selbst eines erstellen können, auch wenn Sie es noch nie gemacht haben.
Was ist ein Tech Pack?
Ein Tech Pack (kurz für „technical package“, also technisches Datenpaket) ist der Bauplan eines Kleidungsstücks. Es zeigt dem Hersteller genau, wie Ihr Produkt gefertigt werden soll: wie es aussieht, welche Materialien verwendet werden, wie es sitzen soll, wo das Artwork platziert wird und wie es etikettiert und verpackt werden soll.
Betrachten Sie es als das zentrale Dokument, mit dem alle arbeiten: der Schnittmacher, die Musterabteilung, der Stoffeinkauf und die Qualitätskontrolle. Ist das Tech Pack klar, fertigen alle genau das Kleidungsstück, das Sie sich vorstellen.
Warum brauchen Sie ein Tech Pack?
- Genaue Muster: Das erste Muster kommt Ihrer Vorstellung deutlich näher, sodass weniger Korrekturrunden nötig sind.
- Genaue Angebote: Ein Hersteller kann nur kalkulieren, was er sieht. Stoff, Zutaten, Veredelungstechniken und Verpackung beeinflussen die Kosten.
- Weniger Missverständnisse: Schriftlich festgehaltene Maße und Details lassen weniger Raum für Vermutungen, besonders wenn Sie über Sprach- und Zeitzonengrenzen hinweg arbeiten.
- Einheitliche Nachbestellungen: Wenn Sie denselben Artikel erneut produzieren, sorgt das Tech Pack dafür, dass er genauso ausfällt.
- Eine Dokumentation Ihres Designs: Es hält Ihr Produkt und jede Entscheidung fest, die Sie dazu getroffen haben.
Was gehört in ein Tech Pack?
Tech Packs unterscheiden sich von Marke zu Marke, ein vollständiges Tech Pack umfasst aber in der Regel die folgenden Abschnitte.
1. Technische Zeichnungen (Flats)
Flache Schwarz-Weiß-Zeichnungen der Vorder- und Rückseite des Kleidungsstücks, ohne Model und ohne Schattierung. Sie zeigen die Verarbeitung deutlich: Nähte, Taschen, Ausschnitt, Bündchen, Verschlüsse und Steppnähte. Ergänzen Sie Detailzeichnungen für alles, was einer Erklärung bedarf.

2. Designdetails
Die wesentlichen Entscheidungen, die den Artikel ausmachen: Passform (Slim, Regular, Oversized), Ausschnitt, Ärmellänge, Taschenart, Verschlüsse und besondere Ausrüstungen. Weicht Ihr Design von einem Standardmodell ab, beschreiben Sie die Unterschiede zusätzlich zur Skizze auch in Worten.
3. Stoff und Stückliste (BOM)
Die Stückliste (Bill of Materials, BOM) führt alles auf, was in das Kleidungsstück eingeht: den Oberstoff (Zusammensetzung, Gewicht und Farbe), Futter, Bündchenware, Einlage, Nähgarn und sämtliche Zutaten. Wenn Sie eine Stoffreferenz oder ein Foto eines Stoffmusters haben, fügen Sie es bei.
4. Zutaten und Accessoires
Knöpfe, Reißverschlüsse, Druckknöpfe, Kordeln, Gummiband, Ösen, Aufnäher und Bänder. Notieren Sie zu jedem Teil Größe, Farbe, Material und Position. Ein Foto einer Zutat, die Ihnen gefällt, erspart viel Hin und Her.
5. Maßtabelle und Messpunkte
Eine Tabelle mit den Fertigmaßen des Kleidungsstücks für jede Größe, etwa Brustweite, Körperlänge und Ärmellänge. Jedes Maß ist ein „Messpunkt“ und sollte genau angeben, wie gemessen wird (zum Beispiel Brustweite 2 cm unterhalb des Armlochs). Wenn Sie sich bei den Maßen unsicher sind, können Sie ein Kleidungsstück schicken, dessen Passform Ihnen gefällt, oder einen Schnittmacher eine Maßtabelle für Ihren Artikel vorschlagen lassen.

6. Artwork und Branding
Jeder Druck, jede Stickerei, jeder Aufnäher und jede Waschung: Technik, Position auf dem Kleidungsstück, Größe und Farben. Fügen Sie Ihre Artwork-Dateien bei und markieren Sie die Platzierung auf der Skizze.
7. Etiketten und Verpackung
Hauptetikett, Größenetikett, Pflegeetikett, Hängeetiketten sowie die Angabe, wie jedes Teil gefaltet und verpackt werden soll (Polybeutel, Karton, Aufkleber). Diese kleinen Details sind Teil Ihres Markenerlebnisses.
8. Farbvarianten und Bestelldetails
Die Farben, die Sie produzieren möchten, die Menge pro Farbe und Größe, Ihr Zielpreis und Ihr Zeitplan. So kann der Hersteller die Produktion planen und ein realistisches Angebot erstellen.
Häufige Fehler im Tech Pack
- Nur Inspirationsfotos schicken. Ein Foto zeigt den Look, aber nicht die Maße, den Stoff oder die Verarbeitung.
- Fehlende Rückansicht. Die Rückseite des Kleidungsstücks ist genauso wichtig wie die Vorderseite.
- Ungenaue Stoffangaben. „Weiche Baumwolle“ kann vieles bedeuten; nennen Sie Zusammensetzung und Gewicht, wenn Sie sie kennen.
- Maße ohne Erklärung. Eine Zahl ohne Messpunkt lässt sich unterschiedlich auslegen.
- Artwork ohne Größe oder Position. Geben Sie an, wo es platziert wird und wie groß es sein soll.
- Etiketten und Verpackung vergessen. Sie gehören zum Produkt und beeinflussen die Kosten.
Wie erstellt man ein Tech Pack?
Designer erstellen Tech Packs oft in Adobe Illustrator oder spezieller Modesoftware. Das funktioniert gut, wenn Sie diese Programme bereits nutzen, kann bei einer ersten Kollektion aber eine große Einarbeitung bedeuten.
Deshalb haben wir einen kostenlosen Tech-Pack-Builder entwickelt. Sie wählen Ihr Produkt (T-Shirt, Hoodie, Hemd, Hose, Shorts, Kleid, Rock, Jacke, Activewear oder Kinderbekleidung) und gehen einfache Schritte durch: Design, Stoff, Größen, Branding, Zutaten und Bestelldetails. Die Skizze passt sich Ihrer Auswahl laufend an. Sie können Ihr Produkt auch in wenigen Sätzen beschreiben oder ein Foto hochladen, und unser KI-Assistent füllt die Details aus, die Sie anschließend prüfen.
Ist Ihr Produkt nicht in der Liste, wählen Sie „Anderes Kleidungsstück“, beschreiben es und fügen eigene Skizzen oder Fotos hinzu; unsere KI kann aus Ihrer Beschreibung eine Skizze der Vorder- und Rückseite zeichnen. Wenn Sie fertig sind, senden Sie das Tech Pack an uns und laden es als PDF herunter.
Sie haben bereits ein Tech Pack? Dann können Sie es stattdessen hochladen, als PDF oder als Bilder.
Was passiert, nachdem Sie Ihr Tech Pack gesendet haben?
Ein selbst erstelltes Tech Pack ist eine gute Ausgangsbasis, muss aber nicht perfekt sein. Wenn wir eines erhalten, prüft unser Schnittteam jedes Detail und jedes Maß, meldet sich bei Ihnen mit eventuellen Fragen und erstellt die finale Version. Sie erhalten einen privaten Link, über den Sie diese freigeben oder Änderungen anfragen können.
Nach der Freigabe erstellen wir den digitalen Schnitt und fertigen Ihr erstes Muster. Schnitterstellung und Musterfertigung dauern je nach Artikel durchschnittlich etwa 2 Wochen. Der Schnitt wird als DXF-Datei geliefert und gehört Ihnen.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich ein Tech Pack, um mit einem Hersteller zu arbeiten?
Die meisten Hersteller verlangen eines, weil es Muster und Angebote genauer macht. Wenn Sie keines haben, sind eine Skizze, Fotos oder ein Referenzteil ein guter Anfang, und wir helfen Ihnen, daraus ein Tech Pack zu erstellen.
Brauche ich für jeden Artikel ein eigenes Tech Pack?
Ja. Jeder Artikel bekommt ein eigenes Tech Pack, weil sich Skizzen, Materialien und Maße unterscheiden. Farbvarianten desselben Artikels können in der Regel ein gemeinsames Tech Pack nutzen.
Kann ich mein Tech Pack auch bei einem anderen Hersteller verwenden?
Ja. Ein Tech Pack, das Sie mit unserem Builder erstellen, gehört Ihnen und Sie können es frei verwenden.
Bereit für den Start?
Ein gutes Tech Pack ist der schnellste Weg von der Idee zu einem Muster, mit dem Sie zufrieden sind. Erstellen Sie Ihr kostenloses Tech Pack oder erzählen Sie uns von Ihrem Projekt, und wir unterstützen Sie bei den nächsten Schritten. Sie gründen eine neue Marke? Erfahren Sie, wie wir mit neuen Marken arbeiten.
Bereit für den Start Ihrer Produktion?
Erstellen Sie in wenigen Minuten kostenlos ein Tech Pack, oder beantworten Sie drei kurze Fragen, und wir zeigen Ihnen den besten Weg für Ihren Start.